Klangvolle Rätselwörter III 

Klangvolle kleine Wörter mit unterschiedlichem 
Selbstlaut 


Schwäbisch - Eine außerordentlich klangreiche Sprache

Schwäbisch ist eine Sprache, die sehr viele Selbstlaute aufweist. Ihre Zahl beträgt in etwa das Zweieinhalbfache (!) des Hochdeutschen. Schwäbisch ist also eine weitaus klangreichere Sprache als das klangarme Hochdeutsche.

Im Schwäbischen entscheiden die Klangfarben über das Wort. Endungen werden dagegen kaum benötigt. Dadurch ist Schwäbisch eine kompakte, klanglich ausdrucksstarke Sprache. Nichtschwaben bemerken höchstens: Das ist eine ganz andere Sprachwelt wie im Hochdeutschen. Besonders häufig werden kleine, einsilbige Wörter im Schwäbischen durch den Klang ihres Selbstlautes voneinander unterschieden. 

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Jetzt aber ans Rätselraten: Was bedeutet das jeweilige hochschwäbische Wort auf hochdeutsch?
Das Erraten fällt leichter, wenn Sie die Wörter nicht nur lesen, sondern sie sprechen.

1.   Mitlaut + Klang + nd

In dieser Klangkombination gibt es insgesamt elf Wörter. 

a)  Präsens Plural. Der Vokal ist zentralschwäbisch ein e, südlich geht er in ein nasaliertes a über. Lokal sind dort auch Sprechungen wie haod und laod anzutreffen.

dend   -   gend   -   hend   -   lend   -   send  -   wend 

Diese Wörter werden öfters ohne schließendes d als hen(n), den(n), sen(n) usw. gesprochen. Es handelt sich hier um ein unsauber gesprochenes Schwäbisch. 


b)  Präsens Singular. Hier müssen Sie ein i (ich) bzw. är (er) davor setzen.

fend   -   kennd   -   rennd   -   zend 
 
c)  Adjektiv   mend.  


2.  s + Klang + d/dd 

sadd   -   saed   -   Sãd   -   Såd   -   seid   -   Seid   -  Såed   -   sodd   -   siad   -   Sud  

Hinweis: Hochdeutsch enden diese Wörter, durch die hochdeutsche Auslautverhärtung verursacht, meist auf hartes t; hochschwäbisch dagegen werden alle hier aufgeführten Wörter mit weichem d gesprochen, weshalb wir sie hier auch so schreiben. 

3.  r + Klang + t/d

Ratt   -   Rad   -   Råd   -   Ridd   -   Riad   -   Ruad   -   raod   -   råd   -   redd   -   reid   -   ruid  

Hinweis: Hochdeutsch enden diese Wörter durch die hochdeutsche Auslautverhärtung verursacht meist auf hartes t; hochschwäbisch dagegen auf weiches d, weshalb wir sie hier auch so schreiben. 

4.  s + Klang + ch 


Sach   -   Såech   -   Seich   -   sich   -   Siach   -   suach    



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